Würzburger Marathon wärmt sich auf
Presse, Marathon 2012Am 20. Mai sind wieder einige Tausend Läufer auf den Straßen unterwegs – Mehr Voranmeldungen als 2011
Am 29. April der Residenzlauf, drei Wochen später der iWelt-Marathon: Würzburg ist eine Laufstadt, beim Marathon geht es auch über die Alte Mainbrücke .
Ein Marathonlauf ist keine spontane Sache. Die Sportler müssen sich gut vorbereiten. Kein Wunder, wenn auf den traditionellen Laufstrecken entlang des Mains oder im Stadtwald die gleichen Gesichter unterwegs sind. Viele von ihnen trainieren für den 20. Mai. Da ist mit dem iwelt-Marathon der inzwischen 12. Würzburger Stadtmarathon angesagt. Dann wird sich wieder einiges in der sonst sonntäglich ruhigen Innenstadt bewegen. Viele Sportler und Zuschauer freuen sich schon auf den Event. Im letzten Jahr kamen Gäste aus 30 Ländern.
Längst muss man organisatorisch nicht mehr jedes Rad neu erfinden. Das Zusammenspiel mit Stadt, Rettungsdiensten und der Polizei läuft nahezu perfekt. Um genügend Sportler nach Würzburg zu locken, müssen sich die Veranstalter vom Stadtmarathon-Verein aber immer wieder neu anstrengen. Die Konkurrenz ist groß. Manche Städte haben aufgegeben, weil der finanzielle Aufwand zum Risiko oder gar zur Pleite wurde. Doch die Stadt und der Laufkurs am Main und durch die City haben an Attraktivität nicht verloren.
Organisationsleiter Günter Herrmann zeigte sich jetzt vor der Presse wieder sehr zuversichtlich. 1942 Anmeldungen für alle Läufe lagen vergangene Woche vor. Und es werden täglich mehr. Es läuft besser als im Vorjahr. Herrmann rechnet damit, dass zum Meldeschluss am 29. April noch einmal ein großer Schub kommt. Nachmeldungen sind gegen Aufpreis dann noch am Veranstaltungswochenende möglich. Für ein Meldeplus sollte auch die Bayerische Marathon-Meisterschaft sorgen, die (nach dem Marathon-Aus in Regensburg) nun in Würzburg ausgetragen wird. Für die Meisterschaft laufen die Meldungen über den Verband, und dies in der Regel recht spät.
Trend zum Halbmarathon
Der allgemeine Trend zum Halbmarathon ist auch in Würzburg unübersehbar. Für die halbe Distanz haben sich bisher 1200 Läufer angemeldet, rund 600 für die ganze Strecke. Nach einem Einbruch mit 789 Marathonis im Vorjahr auf der klassische Marathon-Distanz (42,195 Kilometer) hofft Herrmann heuer wieder auf rund 1000 Extremläufer, was wiederum eine Top-Position in der deutschen Marathon-Szene wäre.
An der Attraktivität des Würzburger Events wird jedes Jahr gearbeitet. Zwar hat der Marathon-Verein schon immer den Breitensport im Fokus und zahlt – abgesehen von marginalen Preisgeldern – keine horrenden Summen für Spitzensportler. Man setzt auf die Strecke, die anspruchsvoll, aber attraktiv ist, und: auf das schöne Ambiente der Stadt.
So wurde vor zwei Jahren der große Einrundenkurs wieder zu Gunsten der ursprünglichen zwei Runden aufgegeben, damit die Laufstrecke wieder kompakter und publikumsfreundlicher wird. Schon am Samstag 19. Mai, startet mit der Marathon-Messe im Congress-Centrum der Müller-Bäcks Hörnchenlauf mit Gratis-Frühstück, wo die Teilnehmerzahl von ein paar Dutzend Läufern auf mehrere hundert angewachsen ist. Am Nachmittag, wenn die Startnummern ausgegeben werden und Zeit zum Messebummel ist, starten die Kinder- und Jugendläufe im nahen Ringpark. Am Sonntag um 9 Uhr fällt dann der Startschuss für die Marathon- und Halbmarathonläufer plus Walker, die auf eine 14 Kilometer-Strecke gehen. Um 12.30 folgen dann noch Einzelläufer und Teams über zehn Kilometer.
Obwohl die Sportler und ihr „Anhang“ immer wieder begeistert sind von der Veranstaltung und etliche Samba-Gruppen und Bands an der Strecke für Stimmung sorgen, ist die Anteilnahme der Bevölkerung – im Vergleich zu anderen Großstädten, wo die Laufveranstaltung zum Volksfest geworden ist – in Würzburg traditionell verhalten. Ob es an der fränkischen Mentalität liegt? Oder daran, dass manche Funkmedien geraten haben, die Stadt wegen der Läufer und der Straßensperren zu meiden?
Die Veranstalter wünschen sich natürlich mehr Stimmung. Einen Vorschlag aus der Runde der Sponsoren will man deshalb weiter verfolgen: Die Möglichkeit, an dem Tag Interessierte aus der Stadt und dem Umland kostenlos mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Würzburg zu bringen, um die schöne Veranstaltung zu genießen. Zu den bedeutenden Sponsoren zählt immerhin die WVV.
Marathon-Chef Günter Herrmann dankte bei einer Pressekonferenz ausdrücklich allen Sponsoren, ohne deren Unterstützung die Läufe nicht möglich wären. Der iWelt-Marathon und der Residenzlauf sind die beiden größten Sportveranstaltungen in Unterfranken. Für den Residenzlauf (29. April) ist bereits an diesem Montag Voranmeldeschluss.
Bericht Main Post Richard Wust
15.04.2012






