Im Ziel der 42,195 Kilometer von Würzburg fängt für die fleissigen Helfer der Marathon erst an
Presse, Marathon 2008Eine große Packung Fit-Kekse, eine Birne und drei Soja-Drinks hat Peter Markert auf dem Arm. Gerade hat er mit seinem knallorangen Trikot den Zielbereich des Würzbuger Marathons verlassen, zum zweiten Mal. Ich hab mir nochmal einiges geholt, auch für heute Abend vor dem Fernseher, berichtet Markert und zeigt unter seiner weissen Kappe ein breites, ebenso weißes Lächeln. Den Halbmarathon hat der 49-jährige Würzburger diesmal in 1:52:18 beendet.
Zum siebten Mal ging Markert in Würzburg an den Start. Vier Mal den halben, zwei Mal den ganzen Marathon. Die Versorgung im Ziel weiss er zu schätzen. Erstmal ein paar leichte Getränke wie Wasser und Apfelschorle, dann etwas verdünntes Red Bull, ein paar Kekse und ein alkoholfreies Weizen, erzählt Markert. Zum Abschluss noch Obst: Weintrauben und Äpfel, Bananen hatte ich schon auf der Strecke genug.
Selbst laufen würden wir das nie, viel zu weit. Allerhöchstens zehn Kilometer
Die Rimparer Handballerinnen Eva, Bettina und Christine zum Marathon
25 Helfer hatte Mitorganisator Stefan Lehmann für die Essensausgabe eingeteilt. Während Red Bull, Julius Echter und die Vollkornbäckerei ihre gesponserten Produkte selbst an den Mann brachten, kümmerten sich die freiwilligen Helfer vor allem um die Erstversorgung mit Wasser, Apfelschorle, Keksen und Obst. Mit dabei waren auch 13 Handball-Frauen der DJK Rimpar.
Von 9.45 bis 16 Uhr stellten sich die jungen Damen für die Marathon-Läufer hinter die voll beladenen Tische immerhin blieb zwischendurch noch Zeit sich in der Sonne zu bräunen. Auch wenn es für die Damen kein Geld gab, hat ihnen der Sonntag Spass gemacht. Und für die Läufer gab es grossen Respekt. Selbst laufen würden wir das nie, viel zu weit. Allerhöchstens zehn Kilometer, erklären Bettina, Eva und Christine gemeinsam.
Helfer zu finden ist für Mitorganisator Stefan Lehmann nicht immer leicht, meist sind es Bekannte von ihm oder wiederum Bekannte dieser Bekannten. So auch am Sonntag. Die meisten Freiwilligen helfen beim Marathon nicht zum ersten Mal.
So auch Helga Wulff. Sie organisiert die Kleiderabgabe. Um sieben Uhr morgens hat sie mit ihren Kollegen die Annahme für die Läufer vorbereitet, aufgebaut wurden die vielen Zelte und Container schon am Vortag.
Gut 15 Leute kümmern sich um die mehreren Tausend Taschen, bis der letzte seine Klamotten abholt haben Wulff und Co rund neun Stunden geholfen. Vom Marathon selbst bekommen sie dabei nicht viel mit. Aber nächstes Jahr möchte ich wieder selber mitlaufen, sagt Wulff, die am Sonntag zum dritten Mal als Helfer dabei war.
Ähnlich viel Andrang herrscht am Sonntag auch bei Julia und Barbara. Die beiden Auszubildenden der Berufsfachschule für Physiotherapie in Würzburg kümmerten sich mit ihren Kolleginnen um die strapazierten Läuferwaden. In zwei Schichten bekämpften die knapp 40 jungen Frauen den ganzen Tag lang mit Latschenkiefer und Muskelkraft Krämpfe und Verhärtungen. Die Läufer jedenfalls fühlten sich auf den Behelfspritschen aus Festzelt-Tischen sichtlich wohl.
Genug fürs zweite Mal
Nicht viel Zeit für ausgiebige Massagen hatte Peter Markert. Mit dem Rad hatte er nach dem eigenen Zieleinlauf einen Freund betreut, der seinen ersten Marathon läuft. Im Anschluss stattete Markert der Verpflegungszone noch einen zweiten Besuch ab. Schließlich war am Sonntag dank Stefan Lehmann und den Handballdamen der DJK Rimpar genug für alle da.
MainPost 29.04.08
28.04.2008


